Geschichte

 

Arbo-Tasköy

Arbo zählt 324 (369) christliche Einwohner (1980: 30 Familien) und liegt 30 km südöstlich von Midyat im Zentralen Tur Abdin, 6km südlich des Klosters Mar Gabriel . Seine Bevölkerung spricht Turojo. In der Kirche Mar Dimet befinden sich mehrere Patriarchen- und Bischofsgräber. Der Priester Afrem Alan aus dem benachbarten Harapali betreute die Gemeinde bis zu seiner Übersiedlung  nach Deutschland 1981. Dort starb er 1982. Mehrere Kirchenruinen ( Mar Schallita, Joldath Aloho, Mar Eschajo und Matt Schimmuni) so wie die Überreste des Klosters Mar Schimun in der nähe Arbo bezeugen die frühere Bedeutung des heute kleinen Dorfes.

Möglicherweise war Arbo in römischer Zeit Hauptort der Provinz Arbaye die bald den Persern, bald den Römern gehörend, von Nisibis (Nusaybin) bis zum Tigris reichte. An dieser Zeit erinnert der Bezirk Arbu innerhalb des Kreises von Midyat. Er reichte von dem Dorf Arbo (Ba`arbaja) bis Nusaybin Süden und dem Tigris im Norden, entsprachen also in seiner Ausdehnung der Provinz Arbaye in der Römerzeit. Im Tur Abdin ist mehrfach zu beobachten, wie Antike Verwaltungsgrenzen und Orte die vergangenen 1500 Jahre bis heute überdauerten. Größere Ruinenfelder weisen, wie in  Arbo auf die frühere Bedeutung der Orte hin.

Der einheimische Überlieferung entsprechend soll Arbo als einzige christliche Ortschaft 1400 von den Tataren verschont geblieben sein. Behnan Setti, Bischof von Arbo, soll Tatarenkhan Timur besucht und sich so interessant mit ihm unterhalten haben, dass der sonst so Unnachsichtige die Heimsucht des Ortes unterließ. Das besorgte dann aber 1403 und 1505 die Kurden. Ein Sonderpatriarch aus Midyat stammte noch um 1784 aus Arbo. Im 19. Jahrhundert hatte Arbo wie die anderen christlichen Siedlungen unter mehrfachen Überfällen kurdischer Heerscharen aus dem Bothan-Gebiet jenseits des Tigris zu leiden. Zahlreiche Priester und Dorfbewohner wurden getötet und die  Kirchen Mar Dimet, Mar Schimun Mar Schallila und Joldath Aloho zerstört. Die Räuber öffneten die Gräber der Priester und raubten sie aus.

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Quelle: Helga Anschütz.